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Von Tobias Wolf | 9. September 2022 | Wandern & Natur


Wilder Wald, stilles Wasser

Herbst am Kleinen Arbersee

Herrliche Herbstwanderung zum und rund um den eiszeitlichen See bei Bodenmais im Bayerischen Wald

An goldenen Oktobertagen spiegelt sich der bunte Herbstwald auf der spiegelglatten Wasseroberfläche. Die berühmten „schwimmenden Inseln“ erstrahlen in den schönsten Gelb- und Orangetönen. Der Kleine Arbersee am Fuße des Großen und Kleinen Arbers ist auch im Herbst ein wunderschönes Wanderziel.


Entstanden in der letzten Eiszeit


Der See mit seinen schwimmenden Inseln ist einer der Naturschätze des Bayerischen Waldes. Seine Bildung verdankt er dem Kleinen Arberseegletscher, der während der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren vom Großen Arber hinunter ins Tal führte. Er war der zweitlängste aller Böhmerwaldgletscher. Viele Sagen ranken sich noch heute um den geheimnisvollen See.


Im 19. Jahrhundert wurde der See von hiesigen Waldbauern zum Triften des Holzes zu seiner heutigen Größe aufgestaut. Die Seefläche erweiterte sich dadurch von 2,9 auf 9,4 Hektar. Dabei wurden Moorfilze, die mit ihrem Torfanteil leichter als Wasser sind, im Uferbereich des damaligen Sees abgehoben und haben sich bis heute als „schwimmende Insel“ erhalten. Wie ihr Name verrät, waren sie ursprünglich ohne feste Verbindung zum Untergrund und hoben und senkten sich mit den Schwankungen des Wasserspiegels.


Auf dem Kleinen Arbersee gibt es drei „schwimmende Inseln“, von denen nur noch die Insel am Auslauf des Sees wirklich schwimmt und ihre Lage immer wieder verändert. Auf den Inseln und teilweise auch am Randbereich des Sees finden sich typische Moorpflanzen, wie der Rundblättrige Sonnentau, das Schmalblättrige Wollgras, die Moosbeere oder die Rosmarinheide. Als Besonderheit gelten auch der Fieberklee und die Schlangenwurz, die nur noch vereinzelt am Ufersaum vorkommen.


Fischotter und Biber konnten sich im und am Gewässer wieder ansiedeln. Auch das scheue und vom Aussterben bedrohte Auerhuhn, das Wappentier des Bayerischen Waldes, findet in den angrenzenden Wäldern Zuflucht.


Natur pur auf dem gemütlichen Rundweg


Rund um den See kann die beeindruckende Moränenlandschaft bestaunt werden, insbesondere die vom Eis glatt geschliffenen Felswände und die vom Gletscher transportierten und aufgeschichteten Gesteinsblöcke. Der gemütliche, 1,5 Kilometer lange und leicht zu begehenden Rundweg lässt einem den Zauber des Kleinen Arbersees und seiner umliegenden, urwaldähnlichen Wälder erleben.


Zum Abschluss der kleinen, etwa einstündigen Rundtour lädt das idyllisch am Ufer liegende Seehäusl zur gemütlichen Einkehr.

Bitte Öffnungszeiten beachten! Info unter: www.seehaeusl-kleinerarbersee.de

VOM KÖNIG ZUM SEE

Wanderung vom Großen Arber über die Chamer Hütte zum Kleinen Arbersee

Diese Tour verbindet das Dach des Bayerischen Waldes, den 1456 Meter hohen Großen Arber, mit dem idyllischen Kleinen Arbersee. Start der Wanderung ist an der Talstation der Arber-Bergbahn. Hier kann man sich entweder bequem auf den „König des Bayerischen Waldes“ hinaufgolden lassen oder aber den Gipfel zu Fuß erklimmen. Oben angekommen, bietet sich ein atemberaubender Rundumblick auf die Weiten des Bayer- und Böhmerwaldes.


Nachdem das Panorama genossen wurde, geht es vom Gipfelplateau abwärts in Richtung Chamer Hütte/Kleiner Arber. Dieser Streckenabschnitt verläuft auf Deutschlands längstem Fernwanderweg, dem Goldsteig. Angekommen an der idyllisch mitten im Hochwald liegenden Chamer Hütte ist Zeit für eine bayerisch-deftige Brotzeit oder süßen Kaiserschmarrn (Öffnungszeiten beachten: Bis 31. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet).

Tipp: Von der Berghütte sind’s nur 500 Meter zum Gipfel des Kleinen Arbers. Der kurze Abstecher wird mit einer traumhaften Aussicht belohnt!


Im Anschluss geht’s weiter hinab über einen steinigen, im Wald liegenden Wanderpfad zum Kleinen Arbersee. Nach der gemütlichen Umrundung des Sees führt die Tour durch abwechslungsreichen Bergmischwald wieder zurück zur Arber Talstation.


Übrigens: Bodenmaiser Gäste fahren Dank des GUTi-Tickets kostenlos mit dem Wanderbus von Bodenmais zur Arber Talstation und wieder zurück (Fahrzeit 25 Minuten). Einfach beim Einsteigen die Gästekarte vorzeigen und mitfahren! Fahrpläne im Infoteil dieses Magazins, in der Tourist-Info oder auf www.bodenmais.de.


Bei Fragen zur Tour kannst du dich in der Tourist-­Info unter T 09924/778-135 melden!

Tourdaten

Distanz: 11,5 km
Gehzeit: 3,5 – 4 h
Höhenmeter: 680 hm
Schwierigkeit: mittelschwer

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